Ihr Taxifahrer seid Heulsusen und selbst schuld! – 20 Minuten Tilllate (Blog)

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«Taxifahrer  fordern sofortiges Uber-Verbot» titelte 20 Minuten  vor kurzem. Mit Hupkonzerten und Demonstrationen verlangten Dutzende Taxifahrer die sofortige Sperrung des US-Amerikanischen Taxiunternehmes in der Schweiz. Und das nicht zum ersten Mal. Immer wieder echauffieren sich Taxifahrer über die neu erschienene Konkurrenz, die das Monopol der nationalen Taxiunion gefährdet. Dabei ist von «unlauterem Wettbewerb» und «illegalem berufsmässigen Personentransport» die Rede. Alles gesuchte Gründe und schlechte Ausreden meiner Meinung nach. Das findet übrigens auch Bundesrat Schneider-Ammann.


Die Unia fordert von Uber unter anderem «ausgebildete Chauffeurinnen und Chauffeure». Die Taxidienste sollten sich aber zuerst an der eigenen Nase nehmen. Denn selten bin ich aus einem Taxi gestiegen und habe mich über die Kompetenz des Fahres gefreut. Ein paar Beispiele aus der Praxis:


Verweigerte Beförderungspflicht
Nicht nur mir ist das schon einige Male passiert, sondern auch praktisch jedem aus meinem Umfeld: Man steigt ins Taxi und der Fahrer weigert sich, die Strecke zu fahren. Meist mit der Begründung «Ich warte schon seit einer Stunde. Diese kurze Distanz kannst du laufen.» Ein «ausgebildeter Chauffeur» sollte jedoch meiner Meinung nach seine Beförderungspflicht nicht vergessen. Auch schon erlebt: «Wenn du mir 10 Franken Trinkgeld gibst, fahre ich dich.» Danke, aber da bestell ich mir lieber ein Uber.


Umwege

«Wissen Sie, wo das ist?» – «Jaja, klar», sagt der Taxifahrer und biegt in die falsche Strasse ab. Korrigieren lässt er sich nicht, er ist ja schliesslich der Taxifahrer. Dann verpasst er im besten Fall noch die Autobahnausfahrt und ich muss statt der ursprünglichen 80 Franken plötzlich 110 Franken bezahlen. Weil ich ja selber daran schuld bin, dass er falsch gefahren ist. Da bevorzuge ich einen Uber-Fahrer, der von Anfang an weiss, wohin ich will und sich von seiner App brav durch die richtigen Strassen führen lässt.


Dreist & unfreundlich

«Mitten im Nirgendwo hat mich der Taxifahrer rausgeschmissen», erzählt ein Redaktionskollege. Dies, weil er ihm gesagt habe, er habe nur so viel Geld dabei, wie der Taximeter gerade anzeige und deshalb den Rest mit Karte zahlen wolle. Grund genug für den Taxifahrer, den Kunden auf einer dunklen Landstrasse rauszuschmeissen und eine halbe Stunde laufen zu lassen. Nach Bezahlung, versteht sich. Generell treffe ich äusserst selten auf einen freundlichen Taxifahrer. Uber löst dieses Problem mit einem Bewertungssystem. Nicht nur der Fahrer wird dabei bewertet, sondern auch der Kunde. So wie es sein muss.


Heuchlerei

Wie oft hab ich schon ein Uber bestellt und ein Auto mit Taxischild auf dem Dach ist vorgefahren? Dann beim Einsteigen ein peinliches «Ja» auf die Frage: «Sie sind aber schon von Uber, oder?» Man kann doch nicht gegen ein Unternehmen schiessen, für das man selber in der Freizeit arbeitet.


Der Preis

Last but not least: Das Preis-/Leistungsverhältnis. Die Grundtaxe von sechs (!) Franken schenk ich mir bei Uber. Auch kostet der Kilometer keine 4.20 bzw. 5 Franken (in der Nacht). Ausserdem kann ich wählen zwischen drei verschiedenen Preiskategorien. Sogar die teuerste kostet immer noch weniger als eine normale Taxifahrt. Ganz zu schweigen davon, dass mich ein gut angezogener Fahrer mit seiner Limousine abholt, mir die Türe aufhält und drinnen noch ein Wasser anbietet.


Deshalb, liebe nationale Taxiunion: Bevor ihr Unternehmen schlechtredet, die Innovation in eure veralteten Konzepte reinbringen und auf das Wohl der Kunden Acht geben, habt ihr kein Recht, auch nur ansatzweise Kritik auszuüben. Ihr hattet lange genug das Monopol der Beförderungsdienstleistung. Nun kommt alles zurück, womit ihr eure Kundschaft jahrzehntelang geplagt habt. What goes around, comes around.






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